Die Einsteigerfibel
Tipps für den angehenden Aficionado

Hola, hier eine kleine Fibel, wenn man es so nennen darf, für den angehenden Aficionado.
Sobald man sich ernsthaft mit dem Zigarre Rauchen auseinandersetzen möchte tauchen tausende von Fragen auf, die immer die gleichen Inhalte haben.
Die Wahl der Zigarre ist dabei natürlich genauso ein Thema als auch das Lagern der begehrten Objekte und das Rauchen an sich.
Hier sollen im folgenden die wichtigsten Themen behandelt werden.

Inhalt:
 

 


Die Wahl der Zigarre

Einer der schwierigsten Momente des angehenden Aficionados ist wohl die Auswahl der Zigarre. Sein Empfinden von Stärke und Aroma beim genüsslichen Rauchen befindet sich noch im Aufbau der zukünftigen Raucherlebnisse. Seinen Geschmack zu definieren fällt Anfangs sehr schwer, da man keine Vergleichsmöglichkeiten hat und die blumigen Beschreibungen der Connaisseure zunächst keine wirklichen Inhalte haben. Begriffe wie nussig, erdig, Sandelholz, Waldbodentexturen oder andere Wortwahlen für die Vielfalt der Aromen sind mehr oder weniger nichts sagend.
Wählen Sie Anfangs große Ringmaße vorzugsweise aus der Dominiknischen Republik, Honduras oder Nicaragua. Der Tabak aus diesen Ländern ist meist nicht so stark wie der einer Havanna, der Königin unter den Zigarren.
In den meisten guten Tabak Geschäften werden Sie gut beraten sein sich als Anfänger der Materie vorzustellen. Man wird Ihnen ein paar gezielte Fragen stellen und in den meisten Fällen werden Sie mit den für Sie passenden Zigarren den Laden verlassen.
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Die Lagerung

Eine Zigarre fühlt sich in einem Ambiente von ca. 18-20 °Celsius bei ca. 75% relativer Luftfeuchtigkeit am wohlsten. Sie sollten in einem Humidor, einem mit spanischer Zeder ausgeschlagenen Behältnis nach Möglichkeit dunkel, also ohne Glasscheibe, gelagert werden. Bedenken Sie beim Kauf, dass man einen Humidor in einer adäquaten Größe erstehen sollte. Der Aficionado weiß: Ein Humidor ist immer zu klein. Um in Humidoren die entsprechende Luftfeuchtigkeit zu erreichen, sind sie mit Befeuchterelementen ausgestattet. Diese gibt es in unterschiedlichsten Varianten, aber die geeignetsten sind mit Acrylpolymerkristallen ausgestattet. Diese Kristalle halten, wenn Sie ausreichend bemessen sind die Luftfeuchtigkeit bis zu 6 Wochen konstant, einen einigermaßen luftdichten Humidor vorausgesetzt Benutzen Sie zum Befeuchten der Kristalle oder des Schwammes kein normales Leitungswasser sondern destilliertes Wasser. Dieses Wasser ist keimfrei und gibt Schimmelpilzen weniger Möglichkeiten, den Humidor und seinen kostbaren Inhalt zu befallen. Weiterhin setzten die gelösten Schwebstoffe im Leitungswasser die Poren der Kristalle zu und sie werden dadurch unbrauchbar. Der Humidor sollte ein bis zweimal in der Woche durchgelüftet werden da ansonsten trotz des destillierten Wassers die Gefahr der Schimmelbildung besteht. Bei einem leichten, weißen Flaum, den man auf verschiedenen Zigarren beobachten kann handelt es sich allerdings meistens nicht um Schimmel, sondern um die so genannte Nachfermetation. Diese Erscheinung kann man mit einem Tuch von der Zigarre wischen um die Optik wiederherzustellen. Der Rauchbarkeit schadet es nicht.
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Die Rauchbarkeit

Die richtige Feuchte der Zigarre stellen sie durch leichten Druck mit dem Daumen auf den Körper fest. Der Eindruck des Daumens sollte sich nach kurzer Zeit vollständig zurückgebildet haben. Sie sollte nicht knistern, wenn man sie zwischen Daumen und Zeigefinger dreht, außer bei Trockenzigarren. Diese werden trocken gelagert und geraucht.
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Der Rauchgenuss

Eine Zigarre verlangt die volle Aufmerksamkeit des Aficionados und sollte deshalb immer mit der nötigen Ruhe geraucht werden. Sie. Wählen Sie die Zigarre entsprechend des zur Verfügung stehenden Zeitraumes aus.
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Die Vorbereitung

Zur Vorbereitung der Zigarre auf kommende Genüsse müssen sie als erstes den Rauchkanal öffnen. Früher bevorzugte man den so genannten V-Schnitt. Diese Technik wurde in jüngster Zeit von anderen Möglichkeiten fast vollständig verdrängt. Hier und da werden Sie eventuell noch einen Aficionado alter Schule finden der diese Technik anwendet. Eine weitere klassische Art ist der Guillotineschnitt. Hierbei wird die Kappe mit einem so genannten Cutter angeschnitten. Diese Art verwendet man immer bei Figuradoformaten. Hierbei wird die Kappe so geschnitten, dass entsprechend des Formates ein Rauchkanal freigelegt wird. Eine weitere Möglichkeit bietet der Roundcutter oder Curler. Mit diesem Instrument bohrt man ein Loch entsprechenden Durchmessers in die Kappe von Parejoformaten. Viele Aficionados favorisieren diese Art des Öffnens.
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Das Anzünden

Nachdem nun an der Zigarre der Rauchkanal geöffnet ist, beginnen Sie mit dem Anzünden. Um eine gleichmäßige Glut am Brandende zu Erzeugen benötigen Sie eine entsprechende Flamme. Die Flamme sollte geruchlos und frei von Zusätzen sein. Ungeeignet für diesen Vorgang sind Benzinfeuerzeuge oder Kerzen. Einige Aficionados bevorzugen Streichhölzer aus Zedernholz, andere wiederum bevorzugen Fidibusse aus Zedernholz. Diese Art des Anzündens birgt eine gewisse Gemütlichkeit in sich. Sie sollten Allerdings immer einige Hölzer zur Hand haben, da die Zigarre in den wenigsten Fällen auf Anhieb gleichmäßig glimmt. Eine der besten Möglichkeiten sind in der heutigen Zeit die so genannten Jetfeuerzeuge. Diese Feuerzeuge verfügen über eine zielgerichtete Flamme mit bis zu 1200 °Celsius. Daher sollten Sie die Flamme nicht direkt mit dem Brandende der Zigarre in Kontakt bringen. Der Geschmack wird wahrscheinlich darunter leiden, weil sich Russpartikel in den Rauchkanal setzen werden.
Verdecken Sie den Rauchkanal mit Ihrem Finger und halten die Zigarre in einem Winkel von ca. 45 ° über die Flamme. Drehen Sie dabei die Zigarre oder schwenken Sie die Flamme um den äußeren Rand des Brandendes. Dadurch erreichen Sie, dass sich die Zigarre nicht zu schnell entzündet und über den Rauchverlauf nicht zu schnell heiß wird. Wenn sich eine gleichmäßige Glut gebildet hat sollten Sie das Brandende leicht anpusten um festzustellen ob die Glut durchgängig ist. Anschließend pusten Sie einmal leicht durch die Zigarre um eventuelle Verbrennungsrückstände aus dem Rauchkanal zu entfernen.
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Das Rauchen

Jetzt ist es soweit – Der erste Zug. Rauchen Sie bedächtig. Versuchen Sie nicht öfter als 1 bis 2 Züge pro Minute zu Rauchen. Sollten Sie die Zugfrequenz höher wählen kann dies dazu führen, dass der Rauch schnell heiß wird und der Geschmack bitter wird. Der Rauch sollte kühl in die Mundhöhle strömen. Er wird über die Zunge streichen und sich bis auf den Gaumen ausbreiten. Halten Sie kurz inne und genießen die Aromen, die mit Ihren Schleimhäuten spielen. Danach lassen Sie den Rauch langsam durch die Lippen entweichen. Genießen Sie die Ruhe und Entspannung des Augenblicks.
Sollte Ihnen die Zigarre wieder erwartend einmal verlöschen so ist dies nicht weiter tragisch. Solange sie noch nicht erkaltet, streifen Sie die Asche ab und zünden Sie sie erneut an und es wird sich in den meisten Fällen keine Geschmacksbeeinträchtigung ergeben.
Je nach Zigarrenart ergeben sich unterschiedliche Aschen. Ein Shortfiller produziert eine kurze nicht sehr feste, ein Longfiller hingegen wird eine feste Asche von bis zu 3 cm hervorbringen. Streichen Sie die Asche in einem geeigneten Aschenbecher vorsichtig ab, klopfen Sie sie keinesfalls ab, die Glut könnte sich lösen. Außerdem hat die Zigarre eine solche Behandlung nicht verdient.
Bei Zigarren handelt es sich häufig um Handarbeit, bei der es immer wieder mal zu Schwierigkeiten kommen kann. Die Zigarre kann schief abbrennen, es kann sich ein Tunnelbrand ergeben oder die Zigarre zieht nicht.
Gegen Schiefbrand gibt es in gewissem Maße Abhilfemöglichkeiten, indem man das längere überstehende Stück des Deckblattes nach oben drehet und beim Ziehen die Zigarre leicht nach unten neigt. In den anderen Fällen nimmt ein guter Zigarrenhändler eine solche Zigarre anstandslos zurück und wird Ihnen Ersatz anbieten. Sie sollten die fehlerhafte Zigarre allerdings nicht über das erste Drittel hinausrauchen.
Zino Davidoff schreibt in seinem Zigarrenbrevier das man eine Zigarre nach dem Zweiten Drittel verlöschen lassen sollte. Rauchen Sie ruhig so lange Ihnen die Zigarre Genuss bereitet, sollte Sie scharf und bitter oder heiß werden legen Sie sie in den Ascher uns lassen Sie würdevoll dahinscheiden.
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Das Ambiente

Begeben Sie sich zu einem Ihnen angenehmen Platz ohne Hektik und Lärm. Man wird wohl kaum den totalen Genuss in einer hektischen Umgebung erleben können.
Sorgen Sie für eine angenehme Atmosphäre. Stellen Sie Getränke Ihrer Wahl bereit.
Im Allgemeinen sollte man auf hochprozentige Alkoholika verzichten, sie überlagern teilweise den Geschmack der Zigarre. Aber erlaubt ist was gefällt. Ein Whisky oder Rum kann unter Umständen den geschmacklichen Eindruck der Zigarre abrunden.
Ein Rotwein wird geschmacklich nicht so in den Vordergrund treten wie beispielsweise ein Malt oder ein Cocktail.
Als neutrales Getränk empfiehlt sich Wasser oder auch Kaffee oder einen cubanischen Espresso.
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In diesem Sinne

Das Zigarrenuniversum wünscht rauchige Genüsse